"Ursprünglich menschlich"

Michael Gatzke ist Maler im 21. Jahrhundert. Ein "Aus-der Zeit-Gefallener"? Denn da eigentlich schon alles gemalt ist, sind die Künstler der neuen Medien und der partizipativen Ansätze die aktuellen Blockbuster. Die "erschöpfte Kunstform" der Malerei findet sich dagegen eher in der Ecke der Bedauerten wieder. Trotzdem oder soll man sagen gerade deshalb ist Michael Gatzke unerschrocken, ja er erscheint sogar glücklich, an all die alten Malerfürsten anknüpfen zu können. Und hier findet er seine eigene Position in der Malerei.

Michael Gatzke verfolgt 2 divergierende Malprinzipien, das der Abstraktion und das der figürlichen Bevölkerung seiner Bilder (oft mittels Collage). Mitunter bindet er installative Elemente ein. Man kann die  entstehenden Kompositionen auch als Spannungsfeld von Geistigem und Physischen verstehen. Für ihn lassen sich beide Welten ganz selbstverständlich miteinander verbinden. Voraus geht stets ein Balanceakt zwischen gezielter Selbstvergessenheit und bewußter Kontrolle. Chaos und Ordnung. Sein Ziel ist es, die von ihm als hemmend empfundene malerische Vorsicht zu umgehen. Um im Ergebnis eine innere Kausalität von Wahrheit zu finden. Malen bedeutet für Michael Gatzke in erster Linie Kontakt mit sich selbst. Eine Annähreung an den eigenen Seelenraum. Es ist der ihm bewußt gewordenen Weg, Klarheit zu gewinnen und die Welt begreifbarer und erklärbarer zu machen.

Oft helfen dem Künstler im Entstehungsprozess seiner Arbeiten glückliche Zufälle oder Sackgassen. Dann muss etwas übermalt oder zerstört werden. Sein Bild bekommt dann Luft und Leerstellen für neuen Anläufe. Malerei erweist sich dabei als das Ergebnis von Entscheidungen. Als Wege zu Bildlösungen bieten sich für Michael Gatzke zunehmend ikonenhafte Fotografien von Menschen(-gruppen) an. Diese werden von ihm nicht nach (sozial-)politischen Kriterien ausgewählt. Entscheidend ist vielmehr die den Aufnahmen innewohnende stimmungs-
getragene Situation. Allerdings gilt es für den Künstler, das Maß der Formulierung zu dosieren.

Figur und Landschaft sind das aktuelle Hauptthema von Michael Gatzke. Beide stehen gleichberechtigt nebeneinander. Bildlandschaften, immer mehrschichtig, immer auch mit narrativer Dimension. Stets soll der das Auge in ständiger Bewegung haltende Bildraum triumphieren. Im Gelingen sind die Bilder von Michael Gatzke atmosphärisch aufgeladen. Dann atmen sie die versöhnliche Ruhe und Schrankenlosigkeit eines malerisch und kompositorisch neu erschaffenen kleinen Universums.

Der Künstler versucht, seine Arbeiten offen zu halten, den letzten Schritt dem Betrachter zu überlassen. Die Rätsel dürfen nicht aufgelöst werden ...

 

 



 

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Michael Gatzke Linder Mauspfad 129a
51147 Köln
0175-4341048 m.gatzke@t-online.de